Die Natur ist mehr als nur schön, sie heilt, beruhigt und aktiviert. Genau hier setzt der Ansatz „Green Care“ an. Ob Gärten in Pflegeheimen, tiergestützte Therapien oder Waldspaziergänge für Pflegebedürftige: Naturbasierte Pflegekonzepte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Doch was genau steckt hinter Green Care und wie können pflegende Angehörige und Pflegeeinrichtungen davon profitieren?
Was ist Green Care?
Green Care bezeichnet therapeutische, soziale und pädagogische Angebote, bei denen gezielt Natur und Tiere in die Pflege und Betreuung eingebunden werden. Ziel ist es, das körperliche und psychische Wohlbefinden von Menschen zu verbessern, insbesondere von Pflegebedürftigen, Demenzpatient oder Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Zu den bekanntesten Green-Care-Elementen zählen:
- Garten- oder Horti-Therapie: Pflege und Aufenthalt in Gärten
- Tiergestützte Therapie: Einsatz von Hunden, Katzen, Pferden oder Kleintieren
- Naturerleben: Wald und Parkspaziergänge, Naturklänge, barfuß gehen, Kräuter riechen
- Landwirtschaftliche Beschäftigung: z. B. auf sozialen Bauernhöfen
Welche Vorteile bietet Green Care?
Förderung der körperlichen Aktivität
Ob ein Spaziergang durch den Garten oder das Umtopfen von Pflanzen. Green Care motiviert zu mehr Bewegung, ohne dass es sich wie „Sport“ anfühlt.
Anregung der Sinne
Die Düfte von Lavendel, das Zwitschern der Vögel oder die Berührung von Erde. Natur spricht alle Sinne an, was gerade bei Menschen mit Demenz starke positive Effekte zeigen kann.
Stressabbau & innere Ruhe
Der Aufenthalt im Grünen senkt nachweislich den Cortisolspiegel (Stresshormon) und hebt die Stimmung. Viele Pflegekräfte berichten, dass Green Care auch für sie selbst eine wohltuende Auszeit vom Alltag bedeutet.
Soziale Interaktion & Gespräche
Gartenarbeit, Tiere füttern oder Kräuter riechen wecken Erinnerungen und regen Gespräche an, gerade für demenziell Erkrankte kann das sehr wertvoll sein.
Praxisbeispiele: So sieht Green Care im Alltag aus
- Pflegeheim mit Gartenarbeit: Bewohnerinnen helfen beim Anlegen von Hochbeeten oder pflanzen gemeinsam Kräuter an.
- Tiere in der Tagespflege: Ein Besuchshund kommt regelmäßig vorbei, zur Freude vieler Gäste.
- Kleine Naturspaziergänge: Mit Rollatoren oder Rollstühlen geht es gemeinsam in den Park.
- Demenzgarten: Ein sicher gestalteter Garten mit bekannten Pflanzen regt Erinnerungen an und vermittelt Sicherheit.
Green Care zu Hause – geht das?
Ja! Auch im häuslichen Umfeld lässt sich Green Care integrieren:
- Ein kleiner Balkon oder Gemüsegarten
- Regelmäßige Spaziergänge mit bewusstem Naturerleben
- Zimmerpflanzen oder Lavendelkissen zur Sinnesaktivierung
- Zeit mit Haustieren oder regelmäßige Besuche eines Therapiehundes
Fazit: Pflege mit der Kraft der Natur
Green Care ist mehr als ein Trend, es ist eine nachhaltige, wirksame und gleichzeitig sehr menschliche Ergänzung zur klassischen Pflege. Für Pflegebedürftige bedeutet es mehr Lebensqualität, Aktivität und Sinneserlebnisse. Für Pflegende kann es einen kleinen, aber wichtigen Ausgleich schaffen. Darüber hinaus trägt Green Care dazu bei, das Bewusstsein für die Natur und deren Schutz zu stärken, eine Investition in Gesundheit und Umwelt gleichermaßen.



