Die Digitalisierung hält zunehmend Einzug in Altenheime und Pflegeeinrichtungen und eröffnet sowohl den Bewohnern als auch den Pflegekräften neue Möglichkeiten. Technische Innovationen und IT-gestützte Gadgets sollen das Leben erleichtern, die Pflegequalität verbessern und die Autonomie der Bewohner fördern. Doch welche dieser neuen Technologien sind wirklich sinnvoll und finden bereits Anwendung in deutschen Altenheimen?
1. Smarte Assistenzsysteme für Sicherheit und Komfort
Eine der wohl praktischsten Entwicklungen im Bereich der Altenpflege sind smarte Assistenzsysteme. Diese Geräte sind darauf ausgelegt, den Alltag der Bewohner sicherer zu gestalten und den Pflegekräften zusätzliche Unterstützung zu bieten. Ein Beispiel sind intelligente Beleuchtungssysteme, die Bewegungen registrieren und sich automatisch einschalten, um Stürze bei nächtlichen Toilettengängen zu vermeiden.
Sinnvoll oder nicht?
Smarte Beleuchtung und ähnliche Sicherheitslösungen haben sich bereits in verschiedenen Einrichtungen bewährt. Sie tragen maßgeblich zur Unfallprävention bei und ermöglichen es den Bewohnern, sicherer und unabhängiger zu leben. Diese Technologie wird als sinnvoll und kosteneffizient bewertet.
2. Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte
In vielen modernen Altenheimen werden mittlerweile Tablets und Sprachassistenten eingesetzt. Tablets ermöglichen Videotelefonie mit Angehörigen, das Nutzen von Apps zur kognitiven Förderung und sogar das Streamen von Filmen. Sprachassistenten wie Alexa oder Google Home bieten eine einfache Bedienung per Sprache und ermöglichen den Bewohnern, selbstständig Informationen abzurufen, Musik zu hören oder das Wetter zu erfragen.
Sinnvoll oder nicht?
Für viele Bewohner ist der Kontakt zu Angehörigen und die Möglichkeit zur Unterhaltung ein wichtiges Mittel, um Einsamkeit entgegenzuwirken. Tablets und Sprachassistenten sind einfache und zugängliche Lösungen, um dies zu fördern, und werden in der Praxis von vielen Altenheimen positiv bewertet.
3. Tragbare Notruf- und Monitoring-Geräte
Sogenannte Wearables, die Vitaldaten wie Herzfrequenz, Sauerstoffgehalt und Blutdruck messen, sind ebenfalls in Altenheimen im Einsatz. Diese Geräte können im Falle eines Notfalls automatisch einen Alarm auslösen und Pflegekräfte informieren, wenn eine ungewöhnliche Abweichung auftritt. Zudem ermöglichen tragbare Notrufknöpfe den Bewohnern, in kritischen Situationen schnell Hilfe anzufordern.
Sinnvoll oder nicht?
Die Überwachung der Vitalfunktionen hilft Pflegekräften, schneller auf gesundheitliche Veränderungen zu reagieren und Notfallsituationen frühzeitig zu erkennen. Diese Wearables werden daher von den meisten Einrichtungen als äußerst sinnvoll eingestuft, da sie Leben retten und die medizinische Versorgung optimieren können.
4. Roboter für alltägliche Unterstützung
In einigen Einrichtungen finden Roboter Anwendung, die für alltägliche Aufgaben wie das Bringen von Getränken, das Begleiten auf Spaziergängen oder das Erinnern an Medikamenteneinnahmen eingesetzt werden. Ein Beispiel ist der Roboter „Pepper“, der nicht nur Hilfestellungen bieten, sondern auch interaktiv mit den Bewohnern kommunizieren kann.
Sinnvoll oder nicht?
Roboter für die alltägliche Unterstützung bieten durchaus Potenzial, da sie die Pflegekräfte entlasten und die Interaktion mit Bewohnern fördern können. Die Akzeptanz ist jedoch abhängig vom individuellen Bewohner und der jeweiligen Pflegesituation. Für einige Bewohner bietet ein „digitaler Helfer“ eine willkommene Abwechslung, für andere wirkt er jedoch unpersönlich. Der Einsatz solcher Roboter ist daher aktuell eher eine Ergänzung und noch keine Standardlösung.
5. Digitale Therapie- und Trainingsgeräte
In der modernen Pflege spielen gezielte körperliche und geistige Aktivierungen eine große Rolle. Digitalisierte Trainingsgeräte wie VR-Brillen zur kognitiven Förderung oder digitale Therapiespiele für die Bewegungstherapie sind auf dem Vormarsch. So ermöglicht es die Virtual Reality, Bewohner in eine virtuelle Umgebung zu versetzen, die entspannend wirkt oder gezielte Reaktionen des Gehirns fördert.
Sinnvoll oder nicht?
Die Reaktionen auf diese Innovationen sind größtenteils positiv. Bewohner erleben Freude und Abwechslung, während gleichzeitig die körperliche und geistige Fitness gefördert wird. Studien zeigen zudem, dass VR-gestützte Therapien die kognitive Leistung und Beweglichkeit fördern können, was besonders bei demenziell erkrankten Bewohnern hilfreich ist. Digitale Trainingsgeräte werden somit als sehr sinnvoll betrachtet.
6. Fazit: Welche Gadgets machen den Unterschied?
Viele der vorgestellten Gadgets tragen dazu bei, die Pflege und das Wohlbefinden der Bewohner in Altenheimen zu verbessern. Smarte Beleuchtungssysteme und Notruf-Wearables gelten als besonders sinnvoll und finden bereits weitreichend Anwendung. Kommunikationsgeräte wie Tablets und digitale Therapieansätze fördern soziale und kognitive Aktivitäten und bieten eine gute Ergänzung. Roboter als alltägliche Helfer sind zwar spannend, aber derzeit noch eher zukunftsweisend als Standard.
Der Einsatz dieser Technologien in Altenheimen zeigt, dass digitale Innovationen das Potenzial haben, das Leben der Bewohner zu bereichern und die Pflege effizienter zu gestalten. Entscheidend ist jedoch, dass der individuelle Bedarf der Bewohner berücksichtigt und die Technik sinnvoll integriert wird, um das Potenzial dieser Gadgets voll auszuschöpfen.



