Published On: 11.02.2025

Ob nach einem Unfall, bei chronischen Erkrankungen oder im Alter – Ergotherapie hilft Menschen, ihre Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten oder wiederzuerlangen. Doch was genau steckt hinter diesem Begriff, und für wen ist Ergotherapie geeignet?

In diesem Beitrag erklären wir, was Ergotherapie bedeutet, welche Ziele sie verfolgt und in welchen Bereichen sie angewendet wird.

Was ist Ergotherapie?

Ergotherapie ist eine medizinisch-therapeutische Behandlung, die Menschen dabei unterstützt, ihre körperlichen, geistigen oder psychischen Fähigkeiten zu verbessern oder zu erhalten. Dabei steht die Selbstständigkeit im Alltag im Mittelpunkt.

Die Therapie umfasst gezielte Übungen, den Einsatz von Hilfsmitteln und die Anpassung der Umgebung, um den Patienten bestmöglich zu fördern.

Ziele der Ergotherapie

Die Ergotherapie verfolgt das Ziel, Betroffenen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Das kann bedeuten:

  • Wiedererlernen oder Verbessern von Bewegungsabläufen
  • Förderung der Konzentrations- und Gedächtnisleistung
  • Stärkung der sozialen und emotionalen Fähigkeiten
  • Anpassung des Umfelds, um den Alltag zu erleichtern

Je nach individuellen Bedürfnissen wird ein maßgeschneiderter Therapieplan erstellt.

Für wen ist Ergotherapie geeignet?

Ergotherapie kommt in vielen Bereichen zum Einsatz. Typische Anwendungsgebiete sind:

1. Neurologische Erkrankungen

  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Demenz

2. Orthopädische und rheumatische Erkrankungen

  • Arthritis
  • Osteoporose
  • Handverletzungen oder Amputationen

3. Psychische Erkrankungen

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Burnout

4. Kinder mit Entwicklungsverzögerungen

  • Wahrnehmungsstörungen
  • ADHS
  • Schwierigkeiten in der Fein- und Grobmotorik

Wie läuft eine Ergotherapie ab?

Nach einer ausführlichen Diagnose erstellt der Ergotherapeut einen individuellen Behandlungsplan. Die Therapie kann beinhalten:

  • Bewegungstherapie: Übungen zur Verbesserung der Motorik
  • Alltagsübungen: Training von Tätigkeiten wie Anziehen oder Kochen
  • Einsatz von Hilfsmitteln: Anpassung von Besteck, Sitzmöbeln oder Greifhilfen
  • Kognitive Förderung: Gedächtnis- und Konzentrationsübungen

Die Therapie kann in einer Praxis, im Krankenhaus oder zu Hause stattfinden.

Unterschied zwischen Ergotherapie und Physiotherapie

Während sich die Physiotherapie hauptsächlich auf die Wiederherstellung der körperlichen Beweglichkeit konzentriert, geht die Ergotherapie darüber hinaus. Sie beschäftigt sich auch mit der praktischen Umsetzung von Bewegungen im Alltag und der Anpassung des Umfelds an die individuellen Bedürfnisse.

Wer übernimmt die Kosten?

In Deutschland wird Ergotherapie von der Krankenkasse übernommen, wenn sie vom Arzt verordnet wurde. Die Behandlung kann in ambulanten Praxen, Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen stattfinden.

Fazit: Ergotherapie als wertvolle Unterstützung

Ergotherapie hilft Menschen jeden Alters, ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten oder wiederzuerlangen. Sie ist eine wertvolle Unterstützung für Patienten mit körperlichen, neurologischen oder psychischen Einschränkungen und kann den Alltag erheblich erleichtern.

 

 

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