Published On: 01.10.2024

Warum Unterstützung wichtig ist

  1. Physische und psychische Belastungen der Pflege

Die Pflege eines Angehörigen ist oft eine enorme körperliche Herausforderung. Viele pflegende Angehörige müssen regelmäßig schwere Lasten heben, wie z.B. den Pflegebedürftigen vom Bett in einen Rollstuhl oder in die Dusche transportieren. Ständige körperliche Anstrengungen können zu Rückenproblemen, chronischen Schmerzen und allgemeiner Erschöpfung führen. Darüber hinaus ist der Pflegealltag häufig von einem starren Zeitplan geprägt, der kaum Raum für Pausen lässt. Die ständige Wachsamkeit, besonders bei Nacht, etwa wenn der Pflegebedürftige unruhig schläft, kann zu Schlafmangel führen.

Neben der physischen Belastung ist die emotionale und psychische Beanspruchung enorm. Die Verantwortung, rund um die Uhr verfügbar zu sein, kann zu einer chronischen Überforderung führen. Viele pflegende Angehörige erleben eine emotionale Achterbahnfahrt – von Mitgefühl über Frustration bis hin zu Schuldgefühlen, wenn sie glauben, nicht genug zu tun. Diese anhaltende Belastung kann das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout erheblich erhöhen. Ohne Unterstützung ist es schwer, aus diesem Kreislauf auszubrechen.

  1. Soziale Isolation und emotionale Belastung

Pflegende Angehörige leiden häufig unter sozialer Isolation. Der Pflegealltag ist so zeitintensiv, dass kaum noch Zeit für soziale Kontakte bleibt. Hobbies, Treffen mit Freunden oder selbst einfache Erledigungen wie Einkaufen werden zur Nebensache. Über Monate oder Jahre hinweg kann dies dazu führen, dass soziale Netzwerke sich auflösen und der pflegende Angehörige sich zunehmend einsam fühlt. Diese Isolation kann emotional sehr belastend sein, da die Pflegeperson oft das Gefühl hat, auf sich allein gestellt zu sein.

Zusätzlich zur Isolation entsteht oft das Gefühl, dass Außenstehende die Situation nicht nachvollziehen können. Viele Angehörige trauen sich nicht, ihre Gefühle offen zu teilen, aus Angst, dass sie als schwach oder undankbar wahrgenommen werden. Die emotionale Last, ständig stark sein zu müssen, führt oft zu Erschöpfung und dem Gefühl, von der Pflege erdrückt zu werden. Ohne ein unterstützendes Umfeld oder Austausch mit anderen, die in ähnlichen Situationen sind, kann diese Belastung schnell überwältigend werden.

  1. Die Bedeutung von Selbstpflege und externer Unterstützung

Selbstpflege ist für pflegende Angehörige oft das Erste, was vernachlässigt wird. Dabei ist es entscheidend, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Nur wer auf seine eigene Gesundheit achtet, kann langfristig auch für andere sorgen. Selbstpflege bedeutet, sich regelmäßig Auszeiten zu nehmen, sich körperlich zu erholen und mental zu regenerieren. Dies kann durch kleine Pausen im Alltag, regelmäßige Bewegung oder durch bewusste Entspannungsphasen geschehen.

Hier kommt die externe Unterstützung ins Spiel: Ohne Hilfe von außen können pflegende Angehörige leicht an ihre Grenzen stoßen. Unterstützung durch Pflegedienste, Tagespflege oder Verhinderungspflege kann Freiräume schaffen, in denen der pflegende Angehörige Luft holen und neue Energie tanken kann. Psychologische Unterstützung, Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen bieten ebenfalls einen wichtigen Rückhalt. Sie helfen nicht nur dabei, die emotionale Belastung zu verarbeiten, sondern bieten auch praktische Tipps und Austauschmöglichkeiten mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen.

Letztlich ist Unterstützung sowohl im physischen als auch im emotionalen Bereich unerlässlich, um die Belastungen der Pflege zu bewältigen. Nur wer sich selbst gut versorgt und regelmäßig Unterstützung sucht, kann langfristig stabil bleiben und eine gute Pflege gewährleisten.

Möglichkeiten der Unterstützung

  1. Beratungsstellen und Pflegestützpunkte
  • Beschreibung lokaler Pflegestützpunkte: Pflegestützpunkte sind regionale Anlaufstellen, die pflegenden Angehörigen und Pflegebedürftigen umfassende Beratung und Unterstützung bieten. Sie sind oft in Kooperation von Krankenkassen, Pflegekassen und Kommunen organisiert und dienen als zentrale Beratungsstelle, um den Überblick über das komplexe System der Pflege zu erleichtern. In diesen Stützpunkten arbeiten Fachkräfte, die über alle relevanten Themen der Pflege informieren, wie z. B. über Pflegeleistungen, Finanzierungsmöglichkeiten oder Unterstützung im Pflegealltag.
  • Kostenlose Beratung und Hilfsangebote: Die Beratung in Pflegestützpunkten ist kostenlos und bietet eine individuelle, bedarfsorientierte Unterstützung. Angehörige können sich über Hilfsmittel, die Pflegeeinstufung und Möglichkeiten zur Entlastung informieren. Darüber hinaus helfen Pflegestützpunkte bei der Antragstellung für Pflegeleistungen, erklären gesetzliche Regelungen und vermitteln passende Angebote, wie z. B. Pflegedienste oder Tagespflegeeinrichtungen. Auch psychosoziale Unterstützung und die Vernetzung mit Selbsthilfegruppen gehören oft zum Service. Ziel ist es, pflegenden Angehörigen die Last zu erleichtern und ihnen konkrete Wege aufzuzeigen, wie sie die Pflege besser organisieren können.
  1. Pflegekurse für Angehörige
  • Schulungsangebote von Krankenkassen oder Pflegeeinrichtungen: Pflegekurse werden in der Regel von Krankenkassen oder spezialisierten Pflegeeinrichtungen angeboten. Diese Kurse richten sich speziell an pflegende Angehörige und vermitteln praktische und theoretische Kenntnisse, die den Pflegealltag erleichtern. Der Schwerpunkt liegt oft auf der richtigen Körperpflege, Mobilisierungstechniken, der Vermeidung von Pflegefehlern sowie dem Umgang mit Krankheiten und Beschwerden, wie z. B. Demenz oder Inkontinenz. Die Kurse können entweder in Präsenz stattfinden oder als Online-Angebote verfügbar sein.
  • Wissen über den Umgang mit Pflegebedürftigen: Ein zentrales Ziel der Pflegekurse ist es, Angehörige zu befähigen, ihre Pflegebedürftigen möglichst schonend und effektiv zu pflegen. Sie lernen, wie man sicher hebt und lagert, um Rückenprobleme zu vermeiden, oder wie man Druckgeschwüre (Dekubitus) durch regelmäßige Bewegung verhindert. Auch der richtige Umgang mit Medikamenten, Ernährungsfragen und der Einsatz von Hilfsmitteln wird thematisiert. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer psychologische Unterstützung und lernen, wie sie sich selbst im Pflegealltag entlasten können, indem sie professionelle Hilfen in Anspruch nehmen.
  1. Finanzielle Unterstützung
  • Pflegegeld und Pflegesachleistungen: Pflegende Angehörige haben Anspruch auf finanzielle Unterstützung, die über die Pflegekassen bereitgestellt wird. Das Pflegegeld wird direkt an die pflegende Person gezahlt, wenn die Pflege überwiegend von Angehörigen oder Ehrenamtlichen übernommen wird. Die Höhe des Pflegegelds richtet sich nach dem Pflegegrad der pflegebedürftigen Person und kann eine wichtige finanzielle Entlastung für den pflegenden Angehörigen darstellen.
  • Unterstützung durch die Pflegekassen: Neben dem Pflegegeld können auch Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden, bei denen die Pflege von professionellen Pflegediensten übernommen wird. Diese Sachleistungen umfassen die Unterstützung bei der Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Die Pflegekasse übernimmt dabei die Kosten bis zu einem bestimmten Höchstbetrag, der ebenfalls vom Pflegegrad abhängt.
  • Beantragung von zusätzlichen Leistungen (z. B. Verhinderungspflege): Für den Fall, dass der pflegende Angehörige eine Auszeit benötigt – sei es durch Krankheit oder Urlaub – kann die Verhinderungspflege beantragt werden. Diese Leistung ermöglicht es, dass eine Ersatzpflegeperson die Betreuung des Pflegebedürftigen übernimmt. Auch die Kurzzeitpflege, bei der der Pflegebedürftige für eine begrenzte Zeit in einer Pflegeeinrichtung untergebracht wird, gehört zu den finanziellen Entlastungsangeboten. Diese zusätzlichen Leistungen helfen, den Druck auf pflegende Angehörige zu mindern und geben ihnen Raum für Erholung.
  1. Entlastungsangebote
  • Tagespflege, Kurzzeitpflege und ambulante Pflegedienste: Entlastungsangebote wie Tages- und Kurzzeitpflege ermöglichen es pflegenden Angehörigen, vorübergehend eine Pause vom Pflegealltag einzulegen, ohne dass die Pflegebedürftigen unversorgt bleiben. Bei der Tagespflege wird die zu pflegende Person tagsüber in einer Pflegeeinrichtung betreut und kehrt abends nach Hause zurück. Dies ermöglicht es pflegenden Angehörigen, tagsüber ihren eigenen Beschäftigungen nachzugehen oder sich zu erholen. Die Kurzzeitpflege hingegen bietet eine vorübergehende, stationäre Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung, z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt oder während einer Erholungsphase der pflegenden Person.
  • Wie solche Angebote pflegende Angehörige entlasten: Ambulante Pflegedienste können in regelmäßigen Abständen ins Haus kommen, um pflegerische Tätigkeiten zu übernehmen, wie z. B. die Körperpflege oder das Verabreichen von Medikamenten. Dadurch können pflegende Angehörige entlastet werden, indem sie sich auf andere Aufgaben konzentrieren oder einfach Zeit für sich selbst finden. Entlastungsangebote tragen entscheidend dazu bei, die physische und psychische Belastung zu reduzieren, indem sie pflegenden Angehörigen die Möglichkeit bieten, sich regelmäßig Pausen zu gönnen und langfristig durchzuhalten.

Psychologische Unterstützung

  1. Selbsthilfegruppen

Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen:

Selbsthilfegruppen bieten pflegenden Angehörigen einen geschützten Raum, um sich über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Emotionen auszutauschen. Der Kontakt zu Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, ist oft sehr wertvoll, da sie die Belastungen und Anforderungen der Pflege direkt nachvollziehen können. Dieser Austausch kann helfen, das Gefühl der Isolation zu lindern, das viele pflegende Angehörige empfinden, und bietet gleichzeitig emotionale Unterstützung. In den Gruppen können auch Tipps und Ratschläge geteilt werden, wie man mit schwierigen Pflegesituationen umgeht oder welche Hilfsangebote sinnvoll sind.

Online- und Offline-Optionen:

Selbsthilfegruppen existieren sowohl als Präsenztreffen in lokalen Gemeinschaftszentren, Pflegestützpunkten oder kirchlichen Einrichtungen als auch als Online-Gruppen. Die Offline-Treffen bieten einen persönlichen Austausch und schaffen oft langfristige soziale Verbindungen. Viele Angehörige schätzen die Möglichkeit, sich einmal pro Woche oder Monat persönlich zu treffen und ihre Situation mit Gleichgesinnten zu besprechen.

Für diejenigen, die aus Zeitmangel oder geografischen Gründen nicht an solchen Treffen teilnehmen können, sind Online-Selbsthilfegruppen eine gute Alternative. Über Foren, Social-Media-Gruppen oder spezielle Plattformen für pflegende Angehörige kann der Austausch auch digital stattfinden. Diese Form des Kontakts ermöglicht eine flexible Teilnahme und oft eine breitere Vernetzung, die den Austausch von Wissen und Unterstützung erleichtert.

  1. Psychologische Beratung

Hilfen bei emotionalen und mentalen Herausforderungen:

Die Pflege eines nahen Angehörigen kann emotional und mental stark belastend sein. Viele pflegende Angehörige erleben Gefühle der Überforderung, Hilflosigkeit oder sogar Schuld, weil sie glauben, nicht genug für den Pflegebedürftigen tun zu können. Darüber hinaus kann die ständige Sorge um die Gesundheit und das Wohlbefinden des Angehörigen zu anhaltendem Stress führen, was wiederum das Risiko von Angststörungen oder Depressionen erhöht. In solchen Fällen kann psychologische Beratung eine wertvolle Unterstützung sein.

Therapeutische Beratung kann helfen, die emotionalen Herausforderungen der Pflege zu verarbeiten, mit Stress umzugehen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. In der Beratung können pflegende Angehörige lernen, wie sie sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und gleichzeitig die Pflegeverantwortung tragen können. Besonders wichtig ist auch, dass sie erkennen, dass sie nicht allein sind und es vollkommen in Ordnung ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Kostenlose oder bezuschusste Angebote:

Viele Krankenkassen bieten eine kostenlose psychologische Erstberatung an, die pflegende Angehörige in Anspruch nehmen können. In vielen Regionen gibt es darüber hinaus spezielle Beratungsstellen, die sich auf die Unterstützung von pflegenden Angehörigen konzentrieren und oft kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr psychologische Hilfe anbieten. Einige dieser Angebote werden von Wohlfahrtsverbänden, Pflegeorganisationen oder kirchlichen Einrichtungen bereitgestellt.

In einigen Fällen kann auch eine langfristige Therapie von den Krankenkassen bezuschusst werden, wenn nachweislich eine psychische Belastung durch die Pflege vorliegt. Darüber hinaus gibt es in vielen Städten Krisentelefone und Notfall Hotlines, die bei akuten emotionalen Krisen sofortige Hilfe bieten. Diese Angebote sind besonders wertvoll, um schnelle Unterstützung in schwierigen Momenten zu erhalten und kurzfristig Entlastung zu finden.

Rechtliche und praktische Beratung

  1. Patientenverfügungen und Vollmachten

Unterstützung durch Anwälte oder Beratungsstellen:

Die rechtlichen Aspekte der Pflegebedürftigkeit sind oft komplex und können pflegende Angehörige vor große Herausforderungen stellen. Patientenverfügungen und Vollmachten sind essenziell, um sicherzustellen, dass der Wille des Pflegebedürftigen respektiert wird, falls dieser seine Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kann. Um solche Dokumente korrekt zu erstellen, bieten Anwälte und spezialisierte Beratungsstellen Unterstützung an. Sie helfen dabei, rechtlich bindende Patientenverfügungen zu formulieren, in denen festgelegt wird, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden.

Vollmachten, insbesondere die Vorsorgevollmacht, sind ein weiteres wichtiges Instrument. Mit einer Vorsorgevollmacht kann der Pflegebedürftige festlegen, wer im Falle einer Geschäftsunfähigkeit Entscheidungen in finanziellen, rechtlichen oder medizinischen Belangen treffen darf. Beratungsstellen, wie Pflegestützpunkte oder Sozialdienste, unterstützen Angehörige dabei, diese Dokumente zu erstellen und zu hinterlegen. Sie bieten auch rechtliche Beratung, um sicherzustellen, dass alle relevanten Aspekte bedacht und abgesichert sind.

Informationen zu Rechten der Pflegebedürftigen und Angehörigen:

Pflegebedürftige haben gesetzlich festgelegte Rechte, die sicherstellen, dass sie menschenwürdig und nach ihren individuellen Wünschen versorgt werden. Pflegende Angehörige wiederum haben das Recht auf Unterstützung und Entlastung. Beratungsstellen und Anwälte können detaillierte Informationen zu diesen Rechten geben, z. B. zum Anspruch auf Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder Hilfsmittel, die die Pflege zu Hause erleichtern. Auch die Rechte auf Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege sind häufig Teil der Beratung.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Angehörige ihre eigenen Rechte kennen. Dazu gehören nicht nur finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, sondern auch der Anspruch auf Entlastung und gesetzliche Absicherung, falls sie selbst gesundheitliche Probleme bekommen. Eine rechtliche Beratung hilft dabei, den Überblick zu bewahren und sicherzustellen, dass alle Beteiligten rechtlich abgesichert sind.

  1. Beruf und Pflege vereinbaren

Möglichkeiten zur Freistellung (z. B. Pflegezeit, Familienpflegezeit):

Pflegende Angehörige stehen oft vor der Herausforderung, ihre beruflichen Pflichten mit den Anforderungen der Pflege zu vereinbaren. In Deutschland gibt es dafür spezielle gesetzliche Regelungen wie die Pflegezeit und die Familienpflegezeit. Die Pflegezeit ermöglicht es Arbeitnehmern, sich bis zu sechs Monate vollständig oder teilweise von der Arbeit freistellen zu lassen, um einen pflegebedürftigen Angehörigen zu betreuen. In dieser Zeit besteht ein Kündigungsschutz, und die Angehörigen haben Anspruch auf ein zinsloses Darlehen, um den Einkommensausfall auszugleichen.

Die Familienpflegezeit geht noch einen Schritt weiter: Arbeitnehmer können bis zu zwei Jahre lang ihre Arbeitszeit auf maximal 15 Stunden pro Woche reduzieren, um die Pflege eines Angehörigen zu ermöglichen. Auch hier ist ein zinsloses Darlehen zur finanziellen Unterstützung möglich. Beide Regelungen helfen pflegenden Angehörigen, den Spagat zwischen Beruf und Pflege zu meistern, ohne ihre berufliche Existenz aufs Spiel zu setzen.

Gesetzliche Regelungen zur Unterstützung pflegender Angehöriger:

Neben der Freistellung bietet das deutsche Pflegesystem weitere gesetzliche Regelungen zur Unterstützung pflegender Angehöriger. Dazu gehören das Pflegeunterstützungsgeld, das im Falle einer kurzfristigen Arbeitsfreistellung bis zu zehn Tage lang gezahlt wird, wenn eine akute Pflegesituation eintritt. Dies gibt den Angehörigen Zeit, um sich um die Pflegeorganisation zu kümmern, ohne sofort finanzielle Einbußen zu erleiden.

Zusätzlich gibt es seit Januar 2015 das Pflegestärkungsgesetz, das die Rechte pflegender Angehöriger stärkt. Dieses Gesetz stellt sicher, dass Angehörige bessere Beratungsangebote und Leistungen erhalten. Auch die Möglichkeit, Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen, während der Pflegebedürftige durch professionelle Kräfte versorgt wird, ist eine wichtige Errungenschaft dieses Gesetzes. Es stellt sicher, dass pflegende Angehörige nicht in einem Dilemma zwischen der Pflege und der eigenen Gesundheit stecken.

Insgesamt bieten die gesetzlichen Regelungen eine Reihe von Möglichkeiten, Beruf und Pflege miteinander zu vereinbaren, sowie rechtliche Absicherung und finanzielle Unterstützung. Beratungsstellen und Anwälte können hier eine wichtige Rolle spielen, um sicherzustellen, dass Angehörige über alle ihre Optionen informiert sind und die richtigen Schritte einleiten können.

Hilfreiche Anlaufstellen und Ressourcen

  1. Organisationen und Verbände

Deutsche Alzheimer Gesellschaft:

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist eine der wichtigsten Organisationen für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, sowie deren Angehörige. Sie bietet umfassende Informationen über Demenz und stellt pflegenden Angehörigen Beratungsdienste und Unterstützungsangebote zur Verfügung. Auf der Website finden sich nützliche Materialien, Broschüren und Tipps zum Umgang mit Demenzerkrankungen. Zudem bietet die Organisation Schulungen und Weiterbildungen für pflegende Angehörige an und organisiert Selbsthilfegruppen sowie lokale Treffen.

AOK-Pflegeberatung:

Die AOK bietet ihren Versicherten einen umfassenden Pflegeservice, der sowohl telefonisch als auch online verfügbar ist. Die Pflegeberatung unterstützt pflegende Angehörige bei der Organisation der Pflege, gibt Auskunft über mögliche Leistungen und hilft bei der Beantragung von Pflegegeld oder anderen Pflegeleistungen. Darüber hinaus bietet die AOK eine persönliche Beratung zu Themen wie Pflegebedürftigkeit, Pflegeversicherungen und den Einsatz von Pflegediensten an. Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, einen Pflegeberater auch vor Ort zu konsultieren.

  1. Hotlines und Online-Portale

Wichtige Telefonnummern:

Pflegehotline des Bundesministeriums für Gesundheit: 030 340 60 66 02

Diese Hotline bietet umfassende Informationen zu allen Fragen rund um Pflege und Pflegeversicherung und vermittelt an zuständige Stellen.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft Beratungstelefon: 030 259 37 95 14

Hier können pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz anrufen, um Rat und Unterstützung zu erhalten.

AOK-Pflegeberatung Hotline: Bei der jeweiligen regionalen AOK zu erfragen.

Die AOK bietet spezifische Beratung für ihre Mitglieder in allen pflegerischen Fragen.

Fazit

Psychologische Unterstützung, sei es durch Selbsthilfegruppen oder professionelle Beratung, ist ein wesentlicher Bestandteil der Pflege, der pflegenden Angehörigen hilft, die emotionale Last zu bewältigen. Sie trägt dazu bei, den Pflegealltag besser zu meistern und langfristig die eigene psychische Gesundheit zu erhalten.

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